Optiker - Tipps rund um das Thema

Was bedeutet ICL?

Die Buchstaben ICL stehen für Implantierbare Collamer Linse. Es handelt sich dabei um eine Kontaktlinse aus Kunststoff. Sie ist sehr weich und klein, kann ohne Schwierigkeiten gefaltet und mit einem Injektor unter die Hornhaut geschoben werden. Ein winziger Schnitt in die Hornhaut genügt dabei und der eigentliche Eingriff dauert nur ein paar Sekunden. Es gibt zwei Arten von Linsen, die Vorderkammer- und die Hinterkammer-Linse, je nachdem wo sie platziert wird.

Wie wird die Implantation der Collamer Linse durchgeführt?  

Es handelt sich dabei um einen ambulanten Eingriff. Das betreffende Auge wird mittels speziellen Augentropfen betäubt. Danach öffnet der Operateur die Hornhaut, indem er einen winzigen Schnitt setzt, der später folgenlos von selbst verheilt. Durch die kleine Öffnung wird die künstliche Linse aus Collamer sanft zwischen der Iris und der eigenen Linse oder vor der Iris platziert. Dort sorgt sie gemeinsam mit der körpereigenen Linse dafür, dass das Licht wieder richtig in der Netzhautmitte gebündelt wird und der Patient ohne Brille scharf sehen kann. Die gesamte Prozedur dauert nicht länger als 5 Minuten und ist schmerzlos. Die künstliche Linse bleibt dauerhaft im Auge, ist weder sichtbar noch spürbar.  

Für wen ist die Implantation der Collamer Linse geeignet?  

Sie eignet sich in erster Linie für Patienten mit starker Fehlsichtigkeit, bei denen eine Laserbehandlung nicht zum Erfolg führen würde. Das ist zum Beispiel bei Kurzsichtigkeit über minus 10 Dioptrien und Weitsichtigkeit ab plus 3 Dioptrien häufig der Fall, außerdem auch bei Patienten mit starker Hornhautverkrümmung oder mit zu dünner Hornhaut. Für diese Menschen gab es bisher nur die Möglichkeit, mit starken Brillengläsern oder mit Kontaktlinsen die Fehlsichtigkeit halbwegs zu korrigieren. Mit der neuen Implantationsmethode gibt es jetzt die Möglichkeit, auch diesen Menschen wieder ein Leben ohne Brille zu ermöglichen. Gerade für jüngere und aktive Menschen ist dieses Verfahren eine sehr gute Alternative. Bis zu einem Alter von etwa 45 Jahren hat auch die körpereigene Linse gewöhnlich noch eine gute Naheinstellungsfähigkeit und dadurch ist die Möglichkeit, nach dem kleinen Eingriff wieder völlig ohne Sehhilfe leben zu können, sehr groß.  

Was kostet die Implantation der Collamer Linse und beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten?

Die Kosten richten sich nach der verwendeten Linse. Im Durchschnitt liegen sie bei knapp 3.000 Euro für ein Auge. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich leider nicht an den Kosten, bei privaten Krankenkassen muss man sich im Einzelfall umhören. In jedem Fall kann man die Kosten für die ICL, zum Beispiel bei Dr. med Bernhard Febrer Bowen, aber steuerlich als außergewöhnliche Belastung absetzen. Darüber hinaus bieten einige der renommierten Unternehmen, die diese Implantation durchführen, auch eine Ratenzahlung an.